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April 2021 – So funk­ti­o­niert das Bonus­heft

Seit 2005 gilt in Deutschland das sogenannte Festzuschusssystem: Wenn Zahnersatz erforderlich wird, zahlen Krankenkassen einen festen Zuschuss für die „Regelversorgung“. Bei dieser Regelversorgung handelt es sich um eine Art Standard-Zahnersatz für die jeweilige Zahnsituation.

Seit dem 1. Oktober 2020 beträgt der Festzuschuss 60 % der Gesamtkosten für den entsprechenden Zahnersatz. Den Rest der Kosten müssen Sie selbst zahlen. Die Höhe des Festzuschusses bleibt gleich, unabhängig davon, ob Sie Standard-Zahnersatz oder besonders hochwertigen Zahnersatz wählen.

Der Bonus – mehr Geld von der „Kasse“

Wer jährlich zur zahnärztlichen Kontrolle geht und eine lückenlose Vorsorge in den vergangenen Jahren nachweisen kann, wird von seiner Krankenkasse mit einem höheren Zuschuss (Bonus) belohnt. Der Nachweis der Kontrollbesuche erfolgt über das Bonusheft.

Häufige Fragen zu Bonus und Bonusheft

Wie hoch ist der Bonus, den ich erhalte?

Bei lückenloser Vorsorge in den vergangenen fünf Jahren erhöht sich der Festzuschuss von 60 auf 70 Prozent. Bei durchgehenden Vorsorgeterminen in den vergangenen zehn Jahren erhöht sich der Zuschuss auf 75 Prozent. Für Patienten mit geringem Einkommen gilt eine Härtefallregelung. Sie werden weitgehend von den Eigenanteilen bei Zahnersatz befreit.

Für wen gilt das Bonussystem, wie häufig muss ich zur Vorsorge?

Das Bonussystem gilt sowohl für Erwachsene als auch für Kinder und Jugendliche (6 bis einschl. 17 Jahre). Erwachsene müssen einmal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung, Kinder und Jugendliche zweimal jährlich zur Vorsorgeuntersuchung. Sollten die Termine nicht durchgängig wahrgenommen werden, muss anschließend leider wieder von Neuem begonnen werden.

Ich habe mein Bonusheft verlegt/verloren. Entfällt der Bonus damit?

Vorsorgetermine können, sofern sie tatsächlich wahrgenommen wurden, von der Zahnarztpraxis anhand der Einträge in der Patientenakte nachgetragen werden. Ist das Heft dauerhaft verlorengegangen, wird für alle Einträge ein neues Bonusheft erstellt.

Was ist, wenn ich den Zahnarzt wechsele?

Das Bonusheft wird im Regelfall vom Patienten selbst aufbewahrt und gilt unabhängig davon, bei welchem Zahnarzt er Patient ist. Denken Sie bei dem Kontrolltermin nur daran, dem neuen Zahnarzt das Heft vorzulegen. Mittlerweile senden viele Zahnarztpraxen die entsprechenden Daten aber auch auf digitalem Wege an die neue Praxis.

Wann kommt das Bonusheft zum Einsatz?

Prinzipiell wird das Bonusheft bei der Krankenkasse eingereicht, wenn Zahnersatz erforderlich ist. Ihr Zahnarzt erstellt nach der Beratung und Absprache mit Ihnen einen Heil- und Kostenplan, den er zusammen mit dem Bonusheft (bzw. mit den digitalen Daten) an Ihre Kasse sendet.

Tipps: Mittlerweile gibt es bei einigen Krankenkassen alternativ zu dem gedruckten Bonusheft eine App oder ein digitales Konto. In absehbarer Zeit wird das Bonusheft höchstwahrscheinlich ohnehin in digitaler Form in die elektronische Patientenakte integriert werden. Damit entfällt auch das Nachtragen eines Kontrolltermins, wenn Patienten das Bonusheft vergessen haben.

Regelmäßige Kontrolle lohnt sich nicht nur finanziell

Regelmäßige Kontrolluntersuchungen kommen vor allem Ihrer Zahn- und Mundgesundheit zugute. Dabei können erste Anzeichen von Karies, Parodontitis oder anderen Erkrankungen sowie Schäden an Füllungen und Zahnersatz schon früh erkannt werden. Dies wiederum ermöglicht eine einfachere Behandlung und hilft, gravierende Folgen zu vermeiden. Zusammen mit Prophylaxemaßnahmen wie der professionellen Zahnreinigung sind die Kontrollen für den Erhalt der Zahn- und Mundgesundheit wichtig.

Sie haben Fragen zu Festzuschuss und Bonussystem? Wir beantworten sie Ihnen gern.

 

Zur nächsten April-News: Zahnbürste extra reinigen?